Drachenboot- WM in Kanada mit vielen Stralsunder Erfolgen

Drucken

Zwei Titel und vier zweite Plätze holen Heiko Papenfuß und Achmed Ewert vom heimischen Kanuclub bei den internationalen Titelkämpfen in Übersee.

OZ, 31.08.2015 00:00 Uhr

Stralsund. Die 12. WM der Drachenboot-Nationalmannschaften in Welland (Kanada) ist Geschichte. Über 50 Teams aus allen Teilen der Welt trugen in den verschiedensten Klassen ihre Rennen aus. Das deutsche Team ging mit 180 Sportlern an den Start.

Für das Ü50-Team hatten sich Heiko Papenfuß und Achmed Ewert aus Stralsund qualifiziert. In der Mixed und in der Open Klasse wurden über 200, 500, 1000 und 2000 Meter die Weltmeister und die jeweiligen Platzierten ausgefahren.

Die letzten drei Wettkampftage standen im Zeichen der mittleren 500 Meter- und kurzen 200 Meter- Distanzen. Nach den Erfolgen auf den langen Strecken musste sich das Team auf einen anderen, viel schnelleren und vor allem explosiveren Paddelstil umstellen. Das gelang auf der 500er Strecke sowohl im Mixed Standard-Boot mit 20 Paddlern, als auch im kurzen Openboot mit zehn Paddlern.

Die Rennen über 500 m im Standardboot wurden vom Gastgeber bestimmt. Erneut waren die Kanadier im langen Boot nicht zu schlagen. Bereits im Vorlauf schickten sie das deutsche Boot in den Hoffnungslauf. Der wurde dann von den Deutschen gewonnen, und somit ebenfalls der Endlauf erreicht. Durch das zusätzliche Rennen wurden die deutschen Kanuten allerdings eher beflügelt, als geschwächt. Im abschließenden Finale ließen sich die Deutschen erst auf den letzten Metern niederringen und zeigten, dass auch der Gastgeber nicht unschlagbar ist. Der souveräne 2. Platz wurde ausgiebig gefeiert.

Am Tag darauf stand die Sprintstrecke über 200 m auf dem Programm. Die Erwartungen des Teams waren groß, es schien alles möglich. Nur leider liegen Wunsch und Realität im Sport nicht selten weit auseinander. Im Standardboot wollte sich einfach nicht die gewohnte Lockerheit einstellen, mit der zuvor immer hervorragende Ergebnisse erkämpft wurden. Am Ende sprang dann leider nur der vierte Platz heraus.

Damit war es an den Männern im kurzen Smalboot (verkürztes Drachenboot mit nur zehn Paddlern), noch was zu reißen. Da es in der Ü50 zu wenig Meldungen gab, starteten die deutschen 50er in der Altersklasse Ü40. In drei Zeitläufen ließen die deutschen Männer, unter ihnen die Stralsunder, nichts anbrennen. Jeder Lauf wurde gewonnen und der erste Weltmeistertitel für das Ü50-Team erkämpft.

Bei der Siegerehrung die deutsche Nationalhymne zu hören, das ging unter die Haut. Dann die Gedanken, wie hart für den Erfolg gekämpft wurde, an die Daheimgebliebenen, die alles per lifestream miterlebt hatten. Oder an den kürzlich verstorbenen Mannschaftskameraden Georg Dallmer, das alles trieb den Sportlern Tränen in die Augen. Am letzten Wettkampftag standen die 500 m im Smalboot der Männer auf dem Programm. Nachdem die Deutschen Tags zuvor ein deutliches Zeichen in Richtung Konkurrenz gesetzt hatten, war sofort zu spüren, dass alle sehr genau zugeschaut hatten.

Gleich nach dem ersten Start zeigten die Australier, was sie vorhatten. Aber auch die Briten gingen enorm schnell ins Rennen. Die deutschen Paddler wurden durch den Trainer taktisch so vorbereitet, bis 200m vor dem Ziel abzuwarten und dann in einem Endspurt das erste Rennen zu entscheiden. Das saß perfekt. Im zweiten Zeitlauf dann der Konter der Australier. Mit einem Wimpernschlag gewannen aber erneut die Deutschen

Der dritte Zeitlauf wurde zum richtigen Finale. Nach dem letzten „Are you ready? Attention! Go!“ des Tages schoss das deutsche Boot aus dem Startschuh und hatte bereits nach wenigen Metern den Drachenkopf vorn. Ungefährdet, und bejubelt von der vollen Tribüne, überquerten die Deutschen mit 1,5 Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Der zweite Weltmeistertitel war errungen.

 

Die Bilanz für die Stralsunder Kanuten: 2x Gold; 4x Silber. Ein hervorragendes Ergebnis für den Stralsunder Kanuclub und natürlich für Heiko Papenfuß und Achmed Ewert.